Beobachtung der Draconiden am 8.10.
Sonntag, den 02. Oktober 2011 um 00:00 Uhr
Das Team der Sternwarte lädt zur Beobachtung der Draconiden-Sternschnuppen am 8.10. ein!
Unsere Veranstaltung beginnt um 20 Uhr und findet im Außenbereich der Sternwarte statt. Achten Sie daher auf witterungsangepasste Kleidung und bringen Sie auch eine bequeme Sitzgelegenheit mit. Das Ende ist offen. Die Teilnahme an der Beobachtung auf dem Sternwartenvorplatz ist kostenfrei!
Am 8. Oktober 2011 wird die Erde mehreren Prognosen zufolge direkt durch dichte Bereiche des Schweifs des Mutterkometen der Draconiden ziehen. Dabei könnte es zu einem starken Ausbruch dieses Meteorstroms kommen, der dann möglicherweise bis zu 750 Meteore pro Stunde produziert. Die größte Aktivität wird zwischen 18 und 23 Uhr MESZ erwartet.
Die Draconiden sind ein jährlich wiederkehrender Meteorstrom, der für gewöhnlich kaum eine beobachtbare Aktivität zeigt. Allerdings wurden im vergangenen Jahrhundert in den Jahren 1933 und 1946 jeweils kurze aber spektakuläre Meteorstürme mit tausenden Meteoren pro Stunde beobachtet. In anderen Jahren wurden Fallraten von 20 bis 500 Meteoren pro Stunde registriert. Häufig kommt es in den Jahren zu erhöhter Meteoraktivität, in denen auch der Mutterkomet 21P/Giacobini-Zinner sein Perihel (sonnennächster Punkt der Umlaufbahn) erreicht. Dies geschieht mit einer Periode von 6,6 Jahren und war zuletzt im Jahr 2005 der Fall. Aufgrund ihres Ursprungskometen sind die Draconiden auch als Giacobiniden-Strom bekannt.
Der Radiant (scheinbarer Ausstrahlungspunkt der Sternschnuppen) der Draconiden befindet sich in dem für mitteleuropäische Beobachter zirkumpolaren Sternbild Drache (das Sternbild geht bei uns nie unter). Seine größte Höhe über dem Horizont erreicht der Ausstrahlungspunkt Anfang Oktober in der ersten Nachthälfte. Die Meteore bewegen sich mit einer Relativgeschwindigkeit von nur 20 Kilometern pro Sekunde außergewöhnlich langsam über den Himmel.
Beobachter in Europa, Afrika und dem Orient werden an diesem Tag die besten Sichtbarkeitsbedingungen antreffen. Unter Umständen wird der Ausbruch dieses Stroms der stärkste Meteorschauer seit dem Ausbruch der Leoniden vor einem Jahrzehnt sein. Leider wird der Mond fast die gesamte Nacht hindurch am Himmel stehen und somit eine Beobachtung kleiner Meteore unmöglich machen.
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